Nachdem Olli mich heute versetzt hat, weil er sich lieber von seinem Boss zum Essen einladen ließ (er wird natürlich behaupten, dass es dringende berufliche Verpflichtungen gewesen seien, der Bürojob und so — dabei hat er gar kein Büro da wo er arbeitet, als Ölabscheider an der Aral-Tankstelle in Billwerder-Moorfleet), bin ich dann alleine in den Wald gegangen. Schließlich ist Brunftzeit. Und weil die endlich ist — und die des Rotwildes endet Ende September, und das ist ja nun bald — habe ich den Recorder mit ‘nem Kabelbinder an einen Ast gebunden, die Aufnahme gestartet und bin fortgegangen. Nach 35 Minuten kam ich zurück und beendete dieses einzigartige Tondokument, auf dem neben sieben röhrenden Hirschen, einer linkszirpenden Grille und rauschenden Birkenblättern auch eine Reihe landender Strahlflugzeuge zu hören sind, denn die ganze Sache fand in relativer Nähe zum Hamburger Flughafen, zumindest aber in dessen Einflugschneise statt. Und die Jets waren dabei so tief, dass die Anti-Kollisions-Lichter auf dem Erdboden flackerten. Das hat die Hirsche allerdings nur kurz gestört. Aber hört selbst: 35 Minuten natürlicher Krach.
cervus elaphus