Endlich! Die neue GPSies Android Version ist fertig. Ich hatte immer mal wieder an der neuen Version gebaut und hatte seit ein paar Monaten schon einen fast fertigen Prototypen in der Tasche. Der war natürlich noch nicht für die freie Wildbahn zugelassen, aber für mich als Entwickler, der die falschen Tasten gar nicht erst anklickt, sehr gut brauchbar. Die letzten beiden Wochen hatte ich mich dann intensiv durch gerungen, alles schön zu machen und für euch die neue Version in den Google Market einzustellen.
Welche Verbesserungen im Gegensatz zur ersten Version gibt es?
1. Zugriff auf den Datenbestand in Real-Time
Bei der ersten Version hatte ich mich noch nicht getraut, auf die Daten des Live-Systems zuzugreifen. Ich entschied mich, einen Backup-Server aufzusetzen, der jede Woche mit dem gesamten Datenbestand von GPSies betankt wird. Das ist nun Vergangenheit und dank Geo-Datenbank-Optimierungen nun nicht mehr notwendig. Der Zugriff der Android Geräte erfolgt nun in Echtzeit auf den Live-Bestand des Servers. Sobald eine Strecke hochgeladen wurde, dann erscheint sie sogleich in der Applikation.
2. Eingrenzung der Suche
Ab sofort kann nun nach bestimmten Kriterien gesucht werden. Dazu zählen die Aktivitäten (beispielsweise nur Wanderstrecken oder Fahrradtouren), die Suche nach Titel, Beschreibung und nach Benutzernamen.
3. Blättern der Suchergebnisse
Auch das ist jetzt möglich. Somit können alle bisher 220.000 öffentliche Strecken angezeigt werden. Man muss eben nur lange genug blättern ;-)
An dieser Stelle möchte ich noch auf eine weitere Android Applikation hinweisen, mittels der man Strecken aufzeichnen und direkt auf GPSies hochladen kann: Maverick
Insgesamt ein Grund mehr sich ein Smartphone mit diesem tollen Betriebsystem zu kaufen!
Hilfe – ich war Mister X
Ich muss euch noch von einem ganz besonderen Erlebnis berichten, das ich letzte Woche erfahren durfte. Kennt ihr noch das Spiel Scottland Yard? Das ist ein Brettspiel bzw. Spieleklassiker aus meiner Jugend. Da müssen Detektive den Mister X auf einem Spielfeld, das als Stadtplan dargestellt ist, zu Fuß, mit dem Taxi oder mit der U-Bahn jagen. Nun, dieses Spiel gibt es demnächst für das Smartphone (Android und iPhone). Ich hatte die Gelegenheit, den Prototypen bei dem Android Stammtisch in Berlin Mitte schon einmal zu spielen. Ich muss jetzt mal was loslassen:
ICH BIN VÖLLIG BEGEISTERT! Das ist genial!!! Das ist das Tollste, was ich in den letzten Jahren gespielt habe.
Uff, ich bin immer noch ganz außer mir… ihr merkt das schon, oder? Also, wir trafen uns in der c-base Raumstation und installierten die Software auf unseren Android Handys, die Schtief besorgt hatte. Kurze Absprachen, wie es funktioniert uns los ging es. Und das geht so:
Wir alle haben die Mister X Software auf unserem Handy installiert. Der Hauptteil der Software ist eine Google Maps Karte. Jeder Spieler ist dort als Spielfigur eingeblendet – jeder kann von jedem die Position auf dem realem Stadtplan sehen. Ein Spieler ist Mister X, dessen Position wird aber nur einmal in der Minute ermittelt. So, das war grob die Erklärung.
Es ging los. Ich war zwei mal Mister X und hatte 2 Minuten Zeit, mich innerhalb eines Radius von ein Kilometer vom c-base aus zu verstecken. Wenn ich es schaffe, 20 Minuten unerkannt zu bleiben, dann habe ich gewonnen.
Ich bin also mit meinem Handy in der Hand los gerannt wie ein Bekloppter, um mir einen möglichst großen Vorsprung zu verschaffen. Unterwegs konnte ich Gadget einsammeln, die auf meiner Karte sichtbar waren. Die liegen einfach so auf der Straße und wenn ich da durchrenne, landen die in meiner Gadget-Invertarliste. Ein Gadget kann zum Beispiel eine Zeitverlängerung (1 Minute länger unsichtbar bleiben) sein, eine Nebelbombe (den anderen eine weiße Karte bescheren) oder ein Magnet (die Karte der anderen auf den Kopf stellen) sein. Nach den 2 Minuten Vorsprung sah ich also, dass sich die anderen Spielfiguren auf mich zu bewegen. Ha, dachte ich, ich locke sie auf eine falsche Fährte. Da ich wusste, wann genau ich für dir anderen sichtbar bin, rannte ich 20 Meter in eine Straße hinein, um den anderen zu zeigen, dass ich wohl in dieser Richtung weiter renne. Das war gelogen! Hihi, drei sind darauf reingefallen. Also blieben noch zwei weitere Spieler übrig. Ich bin also am Ufer der Spree gleich in die entgegengesetzte Richtung gerannt. Mittlerweile war ich schon richtig naßgeschwitzt, denn ich hatte keine Laufsachen an. Egal, weiter. Komisch, eine Spielfigur hatte sich sehr schnell auf mich zu bewegt. Was ich nicht wusste, er nahm ein Taxi! Glücklicherweise sah er mich nicht, da das Ufer der Spree von der Straße abgesetzt und nicht einsehbar war und er raste vorbei. Da, plötzlich ein Schrei! Bin ich auf jemanden getreten? Nein, das war mein Handy. Aus meinem Handy kreischte plötzlich eine Frauenstimme. Das können mir die Gegenspieler senden, wenn sie mich in ihrer Nähe vermuten. Vorher mussten sie dazu das richtige Gadget auf der Straße finden. Uhaaa – war das unheimlich. Nachdem ich mich davon erholt hatte, sah ich schon einen Schatten ca. 100 Meter weiter in einer kleinen Gasse. Hatte er mich bemerkt? Egal – weiter rennen. Hm, nicht egal, denn ich war völlig außer Atem und am Ende meiner Kräfte. Meine wasserdichte Jacke, die Winterschuhe, ich fühlte mich plötzlich wie im Taucheranzug in einer Sauna. Ich entschied mich, ein kleines Risiko einzugehen und mich hinter einem Denkmal zu verstecken. Das wurde leider zu meinem Verhängnis, denn mein Verfolger, der mich schon vor ein paar Minuten bemerkt hatte, schnappte mich – ich war gefasst – game over!
Insgesamt haben wir drei mal gespielt. Zwei mal war ich Mister X und alle beiden male sie mich bekommen. Wenn ich das nächste mal Laufsachen anhabe, dann renne ich euch davon ;-)
Mein Fazit: das Teil ist heiß! Die Verbindung zwischen der Realität und dem Cyberspace ist irre! Strong buy! Top!
P.S. Wir hatten Glück, dass die Wachmannschaft der chinesischen Botschaft nicht auf uns geschossen hatten. 2 Stunden sind sind ein paar Verrückte mit Handys vor den Augen dauern um die chinesische Botschaft gerannt. Die haben sich sicherlich sehr gewundert ;-)
Danke an meine Mitspieler: Schtief, Dirk, Oliver, Mirko, Arne und alle anderen!
Hier der Track von Mister X als Google Earth Download (Mister X = schwarz)