Nach einigen verschiedenen Touren in Sachsen-Anhalt und in Brandenburg hatte ich die Möglichkeit, beide Formen, das Rudel-Cachen sowie Lonesome-Cachen, das Cachen auf eigene Faust miteinander zu vergleichen.
Auf den ersten Blick unterscheiden sich beide Formen nicht sehr viel. Man geht raus ... sucht und logt. Aber dem aufmerksamen Beobachter fallen doch kleine aber feine Unterschiede in der Art des Cachens auf.
Das Rudel-Cachen hat den Vorteil, dass man viel mehr Augen dabei hat, die die Gegend untersuchen. Man
kann sich austauschen, absprechen und die Suche koordinieren. Auch beim Lösen von Mysterys ist die Rechenkapazität viel größer, als wenn nur
einer überlegt.Man hat immer jemanden bei sich, mit dem man quatschen kann, Fachwissen austauscht und mit dem man sich gemeinsam über den Erfolg des Findens freuen kann. Andererseits muss man sich selber aktiv einbringen, um nicht nur allen anderen hinterher zu laufen.
Ein weiterer Sight Effect, den man nicht unterschätzen sollte, ist der Punkt, dass man im Notfall immer Jemanden bei sich hat, der helfen kann oder per Handy Hilfe rufen kann.
Beim Lonesome-Cachen ist man definitiv auf sich selbst gestellt. Man kann die Natur besser genießen,
kann seine Gedanken schweifen lassen oder sich ganz auf das Erlebnis des Cachens einstimmen. Keine Hilfe anderer, keine Tipps oder Hinweise. Man hat sein Schicksal in den eigenen Händen. Und das macht das Suchen viel spannender und intensiver. Jede getroffene Entscheidung (z.B. beim Zählen oder Rechnen bei einem Multi)
muss jeder selbst verantworten.Daraus folgt aber auch, dass wenn ich den Cache finde, der Erfolg nur mir zuzuschreiben ist. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass bei selbsterarbeitetem Erfolg die Freude viel größer ist.
Im Notfall steht man hier aber recht verloren da. Jetzt mag der ein oder andere sagen: "Ich habe doch ein Handy" aber oft ist vor allem in Wäldern der Empfang mies. Andererseits ... wer bewusstlos am Boden liegt ist wohl kaum noch in der Lage, Hilfe zu rufen.
Generell ist immer die Frage: Warum gehe ich cachen? Gehe ich cachen um meine Ruhe zu haben und abzuschalten? Dann ist das Lonesome-Cachen genau das Richtige. Die Lonesome-Cacher zieht es dann oft auch raus aus der Stadt ... rein in den Natur, wo sie ihre Ruhe finden!
Wer aber Cachen geht, um Rätsel zu lösen, wer spannende Dosen suchen will, wer gerne Lost-Place-Caches macht oder ein großer Fan des Kletterkults ist, der gehört eher zu den Rudel-Cachern. Hier ist das Geocaching nicht als Hobby zur Entspannung gedacht. Das Hobby dient dazu, Abenteuer zu erleben und eigene Grenzen zu finden.
Wie schätzt ihr euch ein?
Bei mir sieht die Verteilung wie folgt aus: 65% Rudel-Cacher; 35% Lonesome-Cacher .... also eine gute Ballance.
Soviel mal wieder von mir!
TFTR(eading) sagt Geo-meter
P.S. Die Bilder zum Lonesome-Caching wurden alle per Selbstauslöser aufgenommen