Der Donnerstag führte mich nach Potsdam, genau genommen nach Babelsberg... ganz in den Nord-Osten Potsdams. Und wie bei jeder größeren Tour schaute ich vor Fahrtantritt noch schnell auf die GC-Seite, ob es da nicht ein paar einfache, schnell zu erledigende Dosen gibt. Und so war es dann auch.
Besonders ein Cache hatte es mir angetan! "Alexandra" (GC1DH6G) hieß der Kleine und präsentierte sich als klassischer "hagre jhemry"-Cache. Er hat nicht viele GC-Vote-Sternchen, lag einer keiner besonderen Location, die Dose war nicht die Größte und zum traveln war auch nichts im Cache. ABER .... dieser Cache liegt knapp hinter der Brandenburger Landesgrenze! Das heißt, er liegt physisch, wie auch bei GC eingestellt in Berlin.
Trotzdem ich im letzten Jahr viel in Potsdam cachen war, hatte ich es bis zu diesem Tag nicht geschafft, in Berlin zu cachen. Dies sollte sich nun ändern! Diesen Bundesländerpunkt musste ich mir für meine Statistik einfach holen.
Einen Cacher-Kollegen hatte ich noch eingeladen mich zu begleiten, sodass wir uns zu zweit auf den Weg machten.
Am Cache angekommen, war klar, wo die Dose liegt und der erste Griff war demnach auch gleich der Richtige. Ich öffnete die Dose entnahm das Logbuch und wollte uns gerade verewigen .... aber was war das? Da hinten ... Wilds
chweine ... und die laufen direkt in unsere Richtung!
Eine Rotte von 6 bis 7 Tieren bewegte sich zielgerichtet auf uns zu. Mein erster Blick nach links und rechts offenbarte mir, dass es hier kaum einen Baum gibt, auf den ich auf die Schnelle hoch käme. Meinem Kollegen sah ich an, dass er ähnlich dachte. "Hmm ... ja ... und nun?" ..... ich erinnerte mich, dass Wildschweine Fluchttiere seien, die solange es möglich ist, lieber flüchten, als anzugreifen. Frischlinge samt wütender Bache waren auch nicht zu sehen! Also begannen mein Kollege und ich Krach zu machen, aber das hörte die Viecher nicht. Sie waren nun bis etwa 2-3 Meter an uns ran, blieben stehen und beobachteten uns. Vielleicht waren sie den Kontakt mit dem Menschen gewöhnt, da in der Umgebung doch ein paar Einfamilienhäuser standen.
Wir begannen jedenfalls mit Stöcken zu werfen und Allem, was uns in die Hände kam. Während ich den kürzesten Log meiner gesamten Cacher-Karriere ins Logbuch schrieb, beschäftige sich meine Begleitung weiter damit, die Wildschweine fern zu halten und behielt jede ihrer Bewegungen im Auge.
Dann versteckte ich die Dose wieder .... unterdessen wanden sich die Wildschweine glücklicherweise von uns ab. Wir waren wohl doch zu langweilig! Schnell, aber ruhig und nicht hetzend traten wir den Rückweg zu den Autos an!
Das war ein Tag! Da riskiert man sein Leben .... und wofür ... für einen Bundesländerpunkt in der Statistik! Naja so sind Geocacher nun einmal!
