Ich bekenne mich dazu. Ich bin ein Gamer.
Wer jetzt allerdings denkt ich sitze Tag ein, Tag aus mit Gamepad, Maus und Tastatur in einem halb abgedunkelten Raum vor dem Bildschirm der irrt.
Schon seit Jahren sind meine Familie und mein Freundeskreis den Gesellschaftsspielen verfallen. Das hat schon früh damit angefangen, dass recht schnell den Spaß an den traditionellen Spielen verloren hatte. Die einen waren mir zu abstrakt, die anderen einfach nicht abwechslungsreich genug.
Dann kam aber auch fast genauso schnell die Rettung. All die liebevoll gestalteten Spiele mit vielen bunten Farben, immer neue Würfel und Spielkarten. Ich werde euch hier kurz über meine Favoriten unter den Gesellschaftsspielen berichten, wobei ich vorerst die Spiele für größere Gruppen noch auslassen möchte und mich auf die für bis zu 6 Spieler einschränke.
Zu einem der ersten Favoriten entwickelte sich das Kartenspiel Bohnanza für das in all den Jahren etliche Erweiterungen erschienen sind. In Bohnanza baut der Spieler verschiedenste lustig illustrierte Bohnen auf seinen Feldern an und versucht den höchsten Gewinn zu erwirtschaften. Im Lauf der Erweiterungen fährt der Spieler zur See, durchläuft Märchenhandlungen, muss sich gegen die Bohnenmafia behaupten ohne dass es dabei langweilig werden würde. Selten hat mal einen Haufen junger Erwachsener dabei gesehen wie sie stundenlang über Gemüse diskutieren und feilschen bis ein Sieger geststeht.
Einblick ins Spielmaterial von BohnanzaEtwa gleichzeitig kamen die Siedler von Catan bei uns auf den Spielplan. Auch wenn wir den wohl bekanntesten Ableger der Serie, das Brettspiel, eher selten gespielt hatten konnten wir uns dem hohen Suchtfaktor des Kartenspiels für zwei Spieler nicht erwehren. In die Siedler von Catan Das Kartenspiel bauen zwei Spieler gegeneinander ihre erste Siedlung auf der neu entdeckten Insel Catan auf und versuchen diese schneller als der Gegenspieler zu einem mächtigen Fürstentum auszubauen. Hierbei gibt es viele taktische Möglichkeiten seinen Spieler durch Intrigen, Diebstähle oder gekonnter Strategien klein zu halten um selbst die Nase vorn zu behalten. Auch hier geben die Zahlreichen Themen-Erweiterungen dem Spiel zusätzliche Tiefe. Ob man nun in Wissenschaft und Fortschritt Universitäten baut, in Politik und Intrigen den Gegner ausspioniert und sich dessen Gebäude selbst zu Nutzen macht oder in Zauberer und Drachen den Gegner in einem Feuerwerk aus Magie untergehen und von Drachen bekämpfen lässt Die Atmosphäre ist immer wieder frisch und packend.
Einblick ins Spielmaterial von Catan - Das Kartenspiel Ein paar Jahre später kam dann noch das Würfelspiel dazu, welches an eine etwas weniger abstrakte Version des Spieles Kniffel erinnert. Hier wird der Spieler zum Rekordjäger der wieder und wieder versucht seinen alten Punktestand zu überbieten. Catan Das Würfelspiel ist übrigens auch im Internet Kostenlos spielbar. Den Link findet ihr am Schluss des Beitrags.
Spielmaterial von "Catan - Das Würfelspiel"Mittlerweile auch ein Klassiker um den man als Spieler nicht herum kommt ist nächste Spiel dass uns in seinen Bann gezogen hat: Carcassonne. Dieses Spiel ist wieder für mehrere Spieler geeignet die gegeneinander Karten aufdecken und daraus Stück für Stück eine Landschaft zusammenlegen die aus Städten, Wegen und Wiesen besteht. Jeder Spieler darf auf eine von sich gelegte Karte eine eigene Spielfigur legen um eine Stadt, Straße oder Wiese für sich zu beanspruchen. Wer am Schluss im jeweiligen Gebiet die meisten Gefolgsleute hat bekommt die Punkte hierfür. Durch die Vielzahl der Karten gibt es nur selten gleiche Situationen und man muss immer sehr flexibel auf das Spielgeschehen reagieren um am Schluss gewinnen zu können. Carcassonne punktet vor allem mit seiner Liebevollen Gestaltung und unkomplizierten, schlüssigen Regeln die schnell zu erlernen sind und trotzdem auch nach vielen Spielen kein bisschen Spannung einbüßen. Wieder gibt es massig Erweiterungsmaterial dass die Stimmung in diese oder jene Richtung verändert und das Spiel ausbaut.
Einblick ins Spielmaterial von CarcassonneWer auch mal für ein kürzeres Spiel zu haben ist kann sich vielleicht neben dem Siedler Würfelspiel auch mit dem Spiel zu den Cartoons der NICHTLUSTIG Reihe anfreunden. Ein Spiel, dass Hauptsächlich durch den Charme der Karten besticht die jeweils einen Nichtlustig Cartoon enthalten. Die Spieler würfeln mit 6 verschiedenen Würfeln und können sich so einzelne Charaktere aus den Büchern erspielen. Ob man die Lemminge, Riebmann, die Professoren, die Dinosaurier oder die Yetis ins Herz geschlossen hat - jeder Nichtlustig Fan kommt hier auf seine Kosten und auch Außenstehende werden sich das Schmunzeln nicht verkneifen können.
Einblick ins Spielmaterial von NICHTLUSTIGEtwas mehr Zeit verbringt man wieder mit den beiden nächsten Spielen. Man könnte sie vielleicht in ein Genre der Fast-schon-Rollenspiele einordnen *.
Das erste ist Ohne Furcht und Adel in dem der Spieler wiedereinmal versucht durch den Bau von Gebäuden zu gewinnen. Wer die teuersten Gebäude erbauen kann erntet den meisten Ruhm und gewinnt. Hierzu nimmt jeder Spieler die Rolle eines Charakters ein wie zum Beispiel die eines Diebes, Priesters oder gar die des Königs und kann zur Verwirklichung seiner Bauvorhaben deren spezielle Fertigkeiten nutzen. Auch hier wird wieder versucht die Mitspieler nach allen Regeln der Kunst auszubremsen. Doch keiner weiß was der andere für einen Charakter gewählt hat bevor dieser nicht an der Reihe war und so kommt es zusätzlich noch darauf an seine Mitspieler richtig einzuschätzen und auf diese Einschätzung zu reagieren.
Einblick ins Spielmaterial von "Ohne Furcht und Adel"Erst kürzlich bin ich mehr zufällig auf das Spiel Munchkin gekommen. Dieses ist zwar schon etwas länger auf dem Markt, ist uns jedoch bisher entgangen. In Munchkin übernimmt der Spieler erneut die Rolle eines Charakters der das Spiel als Klassenloser Mensch der Stufe eins beginnt und nun versucht vor allen seinen Mitspielern die zehnte Stufe zu erreichen. Munchkin bringt viele Elemente des Rollenspiels wie die Pen and Paper Szene es kennt mit sich, womit diese ein ums andere mal auf die Schippe genommen wird. Ob nun mit Karte wie: Auf eine Obskure Regel berufen Steige eine Stufe auf oder den aberwitzigen Monstern die es zu besiegen gilt. Munchkin soll in erster Linie gute Laune machen. Und das tut es auch wenn man Karten wie den Plutoniumdrachen, die Käsereibe des Himmlischen Friedens oder Den Spielleiter mit Essen bestechen aufdeckt.
Besonders zu erwähnen wäre noch, dass das Spiel selten einen friedlichen Spielverlauf hat. Je näher die ersten Spieler an die letzte Stufe kommen desto härter werden sie von den anderen Spielern attackiert schließlich will jeder gewinnen. Zu meiner Überraschung konnte ich jedoch auch viele Spieler zu einem solch verrückten Spiel motivieren von denen ich das im ersten Moment nicht erwartet hätte. Humor, auch wenn er noch so schräg ist, zieht eben. Natürlich ist auch hier für neuen Stoff durch zahlreiche Erweiterungen gesorgt.
Also wenn ihr selbst keine Spieler seit: Versucht es doch einfach mal nie war die Auswahl so groß. Und das Argument: Aus dem Alter bin ich längst raus zählt mindestens genausolange nicht mehr, denn darauf haben die Spieleautoren längst reagiert und hier dürfte wirklich für jeden etwas dabei sein.
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