Tag 1 - Die Anreise, Höllentalklamm und Höllentalangerhütte
Früh morgens ging es los im Saarland und ohne Probleme erfolgte die Anreise über Füssen und einen kleinen Abstecher über Österreich nach Hammersbach. Kurz vor Ehrwald sahen wir zum ersten Mal das Wettersteingebirge mit dem Zugspitzgipfel.
Auf dem Parkplatz in Hammersbach kam dann die erste - nicht wirklich unerwartete - Überraschung des Tages: alle Plätze waren schon belegt von Wanderern und Bergsteigern, so dass wir etwas weiter entfernt parken mussten, aber so die Parkgebühren einsparen konnten. Diese hätten wir aber auch nicht ohne Weiteres bezahlen können, denn so viele Münzen, wie wir gebraucht hätten, hatten wir gar nicht dabei. Und der Kommentar des örtlichen Parkwärters, dass der Parkautomat wegen "unserer osteuropäischen Freunde" keine EC-Karten mehr annimmt, war da auch nicht wirklich hilfreich.
Kurz nach der Mittagszeit machten wir uns dann von einem anderen Parkplatz in Hammersbach aus auf in Richtung Höllental, wobei schon die ersten Meter ganz schön bergauf gingen.



Vorbei an Wasserfällen und tosenden, lärmenden Fluten führt der familientauglich gesicherte Weg bergauf in Richtung Zugspitze, unterwegs konnten wir dann die Aufgaben des dortigen Earthcaches lösen.




Nach dem Verlassen der Klamm wurde das Gelände wieder offener, das Kribbeln im Bauch stieg bei jedem Blick auf die imposante Gipfelkulisse weiter an, und so ereichten wir kurz nach drei Uhr die Höllentalangerhütte, unser Ziel für diesen Tag.
Dank des netten Empfangs konnten wir die doch recht kargen sanitären Einrichtungen und die Übernachtung im vollen Lager leicht verschmerzen. Und ob der Anstrengungen war es dann auch ein Leichtes gut zu schlafen.
Tag 2 - Aufstieg durch das Höllental
In aller Frühe - genauer gesagt um 5:00 Uhr war für uns Aufstehen angesagt, nach einer Nacht in einem Raum mit 19 anderen Menschen ist das aber doch recht einfach. Eine morgentliche Katzenwäsche muß ebenso wie ein einfaches Bergsteigerfrühstück genügen, um für die Strapazen des Tages gerüstet zu sein. Die Trinkflaschen konnten wir kostenlos wieder auffüllen, dass dies auch anders sein kann, erlebten wir dann später auf dem Münchner Haus.
Nachdem wir unser gesamtes Gepäck wieder eingepackt hatten und die Kletterausrüstung angelegt war, konnten wir (Saarfuchs, die 2cachefinder und ich) bei einsetzendem Tageslicht endlich losziehen. In der Ferne sahen wir in der Wand schon Taschenlampen anderer Bergfreunde, die wohl noch wesentlich früher aufgebrochen waren als wir.
Da diese Tour für mich erst die zweite Hochalpine war, überwältigte mich das Panorama, aber auch die anspruchsvolle Wegführung immer wieder.
Leiter und Brett
Die erste Zeit ging es leicht bergauf durch den Höllentalanger und schon nach ca. 30 Minuten erreichten wir die erste Kletterpassage, die "Leiter". Über in den Fels montierte Tritte erklimmt man ca. 15 Meter Höhenunterschied, mit etwas Erfahrung und Übung eine leichte Sache.

Nach wenigen weiteren Metern folgt dann das "Brett", eine Passage, die über eine ca. 70 Grad geneigte Felsplatte führt, in die Eisenstangen als Tritte eingelassen sind. Auch hier erfolgt die Sicherung - wie schon bei der Leiter - klettersteigüblich durch ein Stahlseil, in welchem mit dem Klettersteigset gesichert wird.
Der anschließende "Grüne Buckel" führte uns dann zu unserer ersten "Dose", der Timberline Cache. Und kurz danach - bei fast genau 2000 Höhenmetern - verschwindet dann auch schon die Vegetation, ab hier kommen nur noch Steine, Geröll und Eis. Und dort erhielten wir dann auch den ersten richtig guten Blick auf eine der großen Herausforderungen unserer Tour - den Höllentalferner.
Der Gletscher
Dieser Gletscher liegt im sonnengeschützten Bereich der Zugspitze und schon während der Annäherung über ein grosses Geröllfeld wuchs in uns allen die Vorfreude - aber auch die Anstrengung, denn wir spürten nun schon deutlich die Höhenluft.
Während des gesamten Aufstieges war immer deutlich spürbar, dass diese Route gerne begangen wird, denn wir waren niemals wirklich alleine, aber am Einstieg in den Gletscher kam dann schon etwas "Bahnhofsstimmung" auf. Dort haben wir uns - inmitten von geschätzten 50 anderen Bergsteigern - auf die Überquerung des Gletschers vorbereitet, Steigeisen angezogen, Pickel und Seil bereit gemacht und mit dem Aufstieg auf dem Eis begonnen. Trotz der Menge an Menschen wurde es uns aber nie unangenehm und wir mussten auch an keiner Stelle länger warten.
Die Überquerung des Gletsches war dann wesentlich leichter und schneller bewältigt als ich erwartet hatte, dank der Steigeisen ging es recht einfach aufwärts. Die sehr beeeindruckenden Gletscherspalten waren dank fehlender Schneedecke auch gut erkennbar und die Spuren unserer Vorgänger führten uns zielsicher durch das kurze Labyrinth.
Auch die berüchtigten Randkluft war für uns recht leicht zu bewältigen, die Spalte war gut zu überqueren. Hier kam es auch wieder zu einem kurzen, aber nicht nervigen Stau am Einstieg zum Klettersteig und so sollte der letzte, sehr anstrengenge Teil des Aufstiegs zur Zugspitze beginnen.
Der Klettersteig
Nachdem ich ja im vorigen Jahr meine erste Erfahrung mit einem Klettersteig sammeln durfte, hatte ich eine eigene Vorstellung von diesem Steig - aber dass es so anstrengend werden würde, damit hatte ich nicht gerechnet. Die letzten 600 Höhenmeter unserer Tour sollten nochmal so richtig hart werden, bei jedem Atemzug spürt man die Höhe und jeder Schritt und jeder Griff wird einzeln und ganz bewusst ausgeführt. Da gibt es keine Routine mehr, aber dennoch, irgendwann sieht man das Gipfelkreuz. Und wir kämpften uns immer weiter hoch.


Als Motivation konnten wir kurz vor dem höchsten Punkt unserer Tour dann auch noch einen echt alpinen Cache finden, der glücklicherweise sehr nah am gesicherten Klettersteig liegt, so dass Saarfuchs ohne zusätzliche Sicherungen zur Dose gelangen konnte.
Der Gipfel
Die Empfindungen und Gefühle bei der Ankunft am Gipfel sind einfach unbeschreiblich, eine Mischung aus Stolz, Erfurcht und Glück. Nach so viel Natur und Anstrengung dann wieder im Kommerz anzukommen ist schon eine seltsame Erfahrung.
Die Gegensätze auf der Zugspitze sind bizarr - auf der einen Seite die Seilbahntouristen in 2 modernen Betonbauten mit 5-Sterne-Abendessen - und auf der anderen Seite die Bergsteiger und -wanderer, die im Münchner Haus unter sehr einfachen Bedingungen übernachten können. Bedingt durch das gute Wetter war das Haus auch voll belegt, wir konnten zum Glück schon bei der ersten Lagervergabe um 15:00 Uhr 4 Matrazen bekommen, anderen erging es weniger gut, die mussten im Gastraum übernachten.

Ein echter Kritikpunkt dort oben im Münchner Haus sind allerdings die Sanitäreinrichtungen. Für die maximal 100 Übernachtungsgäste stehen nur 2 Toiletten und 2 Mini-Waschbecken mit kaltem Wasser zur Verfügung. Dazu kommt zwar noch eine Dusche, die man für 5,-€ nutzen kann, aber insgesamt ist das definitiv zu wenig.
Der Geocaching-Höhepunkt (im wahrsten Sinne des Wortes) war dann natürlich der Earthcache "Zugspitze (2962 m) - Top of Germany", den die 2cachefinder und ich dann fast ein Jahr nach Saarfuchs loggen konnten.
Tag 3 - Der Abstieg auf der österreichischen Seite
Nach einer weiteren Nacht im Bettenlager fiel mir auch am Sonntagmorgen das Aufstehen leicht, denn am Vorabend sind wir alle schon um kurz nach 20:00 Uhr in die Kojen gefallen. Und der Sonntag sollte seinem Namen alle Ehre machen - der Sonnenaufgang um 6:10 Uhr bot mir einen weiteren unvergesslichen Anblick.
Im Gegensatz zum Vortag war nun auch die Sicht frei, so dass man nach Norden bis zum Starnberger See und München blicken konnte und nach Süden erschlossen sich uns die anderen Gipfel der Alpen. Viele Übernachtungsgäste waren schon lange vor uns losgezogen, ich konnte einigen zuschauen beim Aufbruch auf den Jubiläumsgrat.
Nach dem Frühstück ging es dann zu dritt zum Abstieg zur Wiener-Neustädter-Hütte über den Klettersteig "Stopselzieher", an dessen Anfang der Cache "Dedicated to Rosi" zu finden war. Markus war vom Aufstieg noch so angeschlagen, dass er sich sinnvollerweise für die Abfahrt per Bahn entschieden hatte.
Ohne diesen Cache hätte ich mein 30m Seil unnötigerweise auf die Zugspitze getragen, aber durch das exponierte Versteck der Dose ist es nur durch eigene zusätzliche Sicherungen zu erreichen. Leider führt der Klettersteig genau unterhalb vorbei, so dass man extrem aufpassen muss, keine anderen Bergsteiger durch Steinschlag zu gefährden und gegebenenfalls etwas mit dem Loggen abwarten muss.
Nach wenigen weiteren Höhenmeters kamen wir an der alten, inzwischen verlassenen und zugemauerten Bergstation der alten Zugspitzbahn vorbei und mussten dann einen riesigen Geröllabhang durchqueren.
Der Stopselzieher
Der Abstieg von fast 3000 Metern bis zur Wiener-Neustädter-Hütte auf 2213 Metern führte uns dann im Anschluss in den Klettersteig "Stopselzieher". Hier kamen uns dann auch einige wenige andere Klettersteigbegeher entgegen, ein ganz anderes Gefühl als tags zuvor, als der Klettersteig gegen Ende doch gut angefüllt war.



Die fast 800 Meter Höhenunterschied waren, durch den vielen losen Schotter bedingt, sehr anstrengend und so war ein Genuß, in der Hütte freundlich empfangen zu werden.
Das sehr urige Ambiente in Verbindung mit leckerer Kasknödelsuppe lies alle Anstrengungen vergessen und es war dann auch ein Leichtes, den dort liegenden Micro-Cache zu finden.
Der Abstieg
Der nun folgende Abstieg zur Haltestelle Riffelriss der Zahlradbahn zog sich dann für unsere allmählich müden Körper. Bei jedem Schritt auf losem Schotter mussten wir uns sehr konzentrieren und obwohl der Weg "nur" als Wanderweg und nicht als Klettersteig ausgelegt ist, sind doch an vielen Stellen Stahlseile zur Sicherung montiert. Der Weg war dennoch auch hier ein Erlebnis.


Und so kamen wir dann gegen 13:35 Uhr an der Haltestelle an und konnten die 13:50 Uhr-Bahn ins Tal besteigen, in der jede Menge Touristen mit uns dann nach unten fuhren.
